PhytoAromapflege

Im letzten Heft habe ich Ihnen an dieser Stelle über ein Aromapflegehandbuch berichtet, auf das wir lange gewartet haben – eines, das uns den Weg zur Implementierung der Aromapflege ebnet und vorzeigt, die Arbeit erleichtert und den Zugang fördert. Dieses Buch kann man als ersten Schritt in diese Richtung sehen, als einen Beginn, einen grundriss dessen, was wir für unsere tägliche Arbeit am Patienten benötigen und als einen Arbeitsauftrag.
Heute aber darf ich Ihnen ein Buch vorstellen, das weit über diesen ersten Schritt hinausgeht. Ein Buch, dessen Autorinnen diesen Auftrag wahrgenommen und – meines Erachtens – vollständig erfüllt haben. Die vier Autorinnen haben zum Abschluss einer einjährigen Projektarbeit „Phyto-Aromapflege“ an der Privatklinik Wehrle in Salzburg in engagierter und gewissenhafter Weise ein Handbuch für das therapeutische Team Phyto-Aromapflege/-therapie geschaffen. Und sie haben sich nicht nur die Mühe gemacht, einige Punkte zur Implementierung auszuarbeiten, kleine Empfehlungen zu geben und vieles offenzuhalten. Nein, sie haben uns in einer nie dagewesenen Offenheit teilhaben lassen an ihrer Arbeit.
Bereits im ersten Abschnitt lässt sich das große Engagement und Interesse erkennen. Schon die Einführung in die Aromatherapie bietet Ungewohntes: Es fehlen alle unnötigen Attribute und Formschönheiten. Kurz und prägnant, mit allen wichtigen Details, wird ein erster Einblick gewährt. Man muss sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten, sondern kann sofort in das Thema einsteigen.
Sehr ausführlich hingegen ist der folgende Abschnitt. Es werden alle wichtigen rechtlichen Grundlagen (bezogen auf das österreichische Recht) einfach und verständlich erklärt. Einzelne Gesetzestexte werden abgebildet und erörtert. Der gesamte Abschnitte beruht jedoch nicht nur auf der berufsorientierten juristischen Ausbildung der Autoren und deren individueller Auslegung der Gesetzeslage – nein, auch hier wurde gründlich gearbeitet und ein Experte aus
der Juristik hinzugezogen. Abschließend erfolgt ein praxisorientiertes Resümee.
Auch das Kapitel über die einzelnen Anwendungsformen ist gut strukturiert, leicht verständlich und gewohnt präzise. Allen Anwendungsmöglichkeiten wird ausreichend Platz geboten, ohne einzelne Anwendungen hervorzuheben oder überzubewerten.
Was nun folgt, ist einzigartig in der Geschichte der Aromapflege-Handbücher (Österreichs): Auf über 100 Seiten werden Aromapflegestandards und NANDA-Pflegediagnosen (North American Nursing Diagnosis Association) sowie der Pflegeprozess im Allgemeinen zueinandergeführt. Dieses Kapitel stellt eine Verbindung zwischen dem Pflegeprozess, der Klassifikation nach NANDA-Taxonomie II und den Möglichkeiten des komplementären Angebots der
Aromapflege/-therapie her. Die verschiedensten Pflegediagnosen werden mittels Aromapflegestandards aufgewertet, und diese wiederum werden in den laufenden Pflegeprozess – die Pflegeplanung eingebunden. Dies verlangt nach einem DANKE.
Wie es scheint, darf in keinem Aromapflegebuch eine „Auflistung an ätherischen Ölen“ fehlen! – So war zumindest mein erster Gedanke, als ich diese, wieder einmal, am Ende des Buches entdeckte. Zu meiner Schande muss ich leider gestehen, mich völlig geirrt zu haben. Auch hier zeigen sich nämlich die gewohnte Struktur, die Präzision der Autorinnen und die Liebe zum Thema: Die einzelnen Pflanzen sind nicht über die Maßen mit schönen Floskeln
beschrieben. Nein, jedem ätherischen Öl, jeder Pflanze ist eine Seite mit dem nötigsten Wissen gewidmet. Nicht mehr – nicht weniger.
Und genau dies zeichnet dieses Handbuch aus – es ist ein Handbuch! Ein Nachschlagewerk für die Pflege. Ein Fachbuch zur Implementierung. Ein wichtiger Begleiter. Ein fundierter Führer. Ein Handbuch, das ohne unnötige Attribute zur gesuchten Information führt.
Danke an das Autorinnen-Team für die gelungene Arbeit.
„Die Form der Aufbereitung gibt selbst dem unerfahrenen Anwender einen schnellen Einblick in die Materie und gewährleistet einen sicheren und schnellen Zugang zur Umsetzung in die Praxis.” (Claudia Kreuzer – DGKS, Projektleiterin)
Claudia Arbeithuber