Die Vermarktung von Kräuterprodukten

Das kleine, gut strukturierte und übersichtliche Buch bietet einen Überblick und Leitfaden für fachkundige Personen und interessierte Laien, die mit der gesetzeskonformen Vermarktung von Kräuterprodukten anfangen wollen.
Beginnend mit der Kräuterführung bis zu den Grundlagen der Vermarktung zeigt das Buch auf, wie Kräuter als Arzneimittel, Lebensmittel und Kosmetika vertrieben werden können. Einen wichtigen Teil nimmt der Abschnitt Lebensmittel ein, hier wird im Besonderen auf die Abgrenzung von Lebensmitteln zu Arzneimitteln näher eingegangen.
Das erste Kapitel befasst sich mit Kräuterkursen. Kurz wird dargestellt, wie der Inhalt – auf rechtlicher Basis – aufzubauen ist. Zudem wird erörtert, welche Vorgaben zu beachten sind, wenn Wildkräuter bei Wanderungen gesammelt werden.
Im nachfolgenden Kapitel erfolgt ein erster Überblick über die gesetzliche Einordnung von Kräuterprodukten. Besonderes Augenmerk wird auf das Thema Zweckbestimmung gelegt, denn dies ist ein wichtiger Aspekt in der Vermarktungsentscheidung eines Herstellers.
Das Kapitel Arzneimittel und speziell die Herstellung von Arzneimitteln ist notwendig, um die Abgrenzungskriterien zu den Lebensmitteln besser definieren zu können. Dennoch wird relativ schnell deutlich, dass dieser Bereich den Pharmazeuten und Apotheken vorbehalten ist.
Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Kräuter als Lebensmittel. Hier ist die Vermarktung, unter Ein-haltung grundlegender Hygiene- und Kennzeichnungs-vorschriften, etwas einfacher. In diesem Kapitel werden alle wichtigen Verordnungen genannt und zumeist mit anschaulichen Beispielen erläutert. An das Basiswissen angrenzende Gebiete wie z. B. die EG-Öko-Verordnung oder auch das Gewerbe- und Steuerrecht finden hier ebenfalls Beachtung. Zudem zeigt der Autor auf, wo weiterführende Literatur, z. B. im Bereich Hygiene und HACCP (Hazard Analysis Critical Control Points), zu finden ist. In die Unterscheidungskriterien Lebensmittel/Arzneimittel fließen zuletzt auch die Erfahrungen des Autors mit ein.
Im letzten Teil, der Vermarktung von Kräutern als Kosmetika, sind von der Herstellung bis zur Etikettierung die wichtigsten Punkte der Kosmetikverordnung erklärt. Besondere Beachtung findet die Sicherheitsbewertung, die sehr übersichtlich und mit einem Beispiel dargestellt ist.
Nützliche Adressen von Institutionen, Verbänden und Laboren runden das Buch ab.
Ohne Sachkunde kann eine Vermarktung unangenehme Folgen haben, wie der Autor bereits in seinen einleitenden Worten klarstellt. Je nach Vorwissen ermöglicht das Buch aber auch Lebensmittel- und Kosmetikherstellern sowie Pharmazeuten ein besseres Verständnis für branchenübergreifende Fragestellungen und erweitert marktwirtschaftliche Überlegungen. Somit sollte dieses Buch in keinem Bücherregal der genannten Zielgruppen fehlen.
Gabriele Fernsebner, Dipl.-Ing. (FH) freiberufliche Lebensmitteltechnologin